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Schattenwelten – fotografieren im Wald

Wasserfall Rotache Fahrni

Tipps zum Fotografieren im Wald

Tiefe Schluchten, tosende Wasserfälle und murmelnde Bäche sind auch bei schlechtem Wetter spannende Fotomotive. Im Frühjahr ist das Grün des spriessenden Laubes der Bäume besonders intensiv und verleiht so den Bildern mehr Lebendigkeit. Zu dieser Zeit bin ich oftmals in der Schlucht der Areuse NE unterwegs. Sie bietet ein dramatisches Schauspiel mit eindrücklichen Ausblicken, das mich jedes Jahr erneut fasziniert. Auch der Wasserfall der Rotachen bei Farni (Beitragsbild oben) ist ein schattiger Ort den ich im Frühling gerne besuche.

Areuse Schlucht fotografiert mit Tilt-Shift-Objektiv.
Areuse Schlucht

Die Areuse Schlucht, fotografiert mit einem 24mm Tilt Shift Objektiv.

Was man beim fotografieren im Wald beachten sollte:

Das Fotografieren im Wald stellt Naturfotografen vor Herausforderungen: Einerseits ist man mit erheblichen Kontrastunterschieden konfrontiert was ein sorgfältiges Belichten der Bilder erfordert damit die Tiefen nicht ins konturlose Schwarz absinken und die hellen Stellen nicht ausfressen (Scherenschnitt). Andererseits ist das Lichtangebot oftmals gering, so dass das Fotografieren mit Stativ oftmals unerlässlich ist. Grosse Kamerasensoren sind zu bevorzugen, da sie weniger rauschanfällig sind und so das Fotografieren aus der Hand mit höheren ISO Einstellungen ohne erhebliche Qualitätsverluste erlauben.

Die beste Tageszeit um Wälder und Schluchten zu fotografieren

Die Frage nach der besten Tageszeit um Wälder und Schluchten zu fotografieren lässt sich nicht pauschal  beantworten. Eine tiefstehende Abendsonne die ihr letztes warmes Licht zwischen den Baumstämme und durch das Blattwerk hindurchschickt, kann selbstverständlich auch im Wald sehr reizvoll sein. Andererseits sind für die Waldfotografie aber gerade jene Stunden besonders günstig, die unter Fotografen oftmals kategorisch als ungünstig betrachtet werden: Es sind die Stunden um den Mittag in denen die Sonne ihren Höchststand erreicht hat. Während dieser Tageszeit ist das Licht in Wäldern und bewaldeten Schluchten ausgewogener und die Kontraste nicht gar so hoch. Das Blattwerk der Bäume wirkt wie ein Diffusor, so dass das Licht gestreut wird.  Bewölkter Himmel verringert harte Kontraste zusätzlich und unterstützt so eine ausgewogene Belichtung der Waldbilder. Auch regnerische Tage sind für das fotografieren in Schluchten und Wäldern gut geeignet: Nasses Laub, nasse Erde und nasse Steine erscheinen in gesättigteren Farben und lassen die Bilder brillanter erscheinen.

Die imposante Areuse Schlucht mit ihren steilen Felswänden.
Wanderung durch die Areuse Schlucht

Der Weg durch die Areuse Schlucht bietet dem Wanderer imposante Ausblicke.

Fotomotive in Wäldern und Schluchten:

Wasserläufe und Wasserfälle

Schattige Wälder und Schluchten bieten eine Vielzahl interessanter Fotomotive. Auch ein kleiner Wasserlauf im Wald kann interessant und auf unterschiedlichste Arten ins Bild gesetzt werden. Die Lebendigkeit fliessender Gewässer lässt sich gestalterisch mit vielseitigen Mitteln festhalten: Mittels eines Graufilters lassen sich die Belichtungszeiten so weit erhöhen, dass fliessende Gewässer samtig verwischt erscheinen. Wer keinen Graufilter besitzt hat übrigens an schattigen Orten auch ohne Filtereinsatz die Möglichkeit, Wasser mit dem beliebten Wischeffekt zu versehen: Hier reicht es oft schon aus, die Kamera auf ein Stativ zu setzen, die Sensorempfindlichkeit auf die kleinstmögliche Stufe einzustellen und eine kleine Blendenöffnung zu wählen um den Wischeffekt zu erzielen. Ist der Wischeffekt noch immer zu gering, kann man das Bild bei ausgeglichenen Belichtungssituationen zusätzlich ein bis zwei Blendenstufen überbelichten um die Belichtungszeit weiter zu erhöhen. Die Überbelichtung lässt sich, sofern die Kontraste nicht zu hoch waren, später in einem Bildbearbeitungsprogramm wieder rückgängig machen.

Die Areuse fliesst über viele Kaskaten ins Tal.
Bewegtes Wasser ohne Graufilter

Die Fliessbewegung des Wassers wurde hier mit kleiner Blende und einer ISO 50 Einstellung eingefangen.

Waldpflanzen

Beim Fotografieren von Waldpflanzen bevorzuge ich den Einsatz lichtstarker Objektive und setze diese auch häufig bei maximaler Blendenöffnung ein. Das Laub der Bäume dient mir als Hintergrund der bei grossen Blendenöffnungen einen impressionistischen Bildeindruck hervorrufen kann. Dabei bevorzuge ich Objektive mit kreisrunder Blendenöffnung die runde Zerstreuungskreise bewirken.

Mit dem Canon 85mm 1.2 II Objektiv lassen sich impressionistische Unschärfebereiche erzeugen.
Impressionistisch mit Offenblende

Mit dem Canon 85mm 1.2 II Objektiv lassen sich bei Offenblende impressionistisch anmutende Bilder gestalten.


Typische Waldpflanze: der Rote Fingerhut.

Auch beim Roten Fingerhut hat das Canon 85mm f1.2 II Objektiv bei Offenblende beste Dienste geleistet, Einige Spitzlichter im Hintergrund, (Blätter und ein Baumstamm der von der Sonne beleuchtet wird), sorgen im unscharfen Hintergrund für Lebendigkeit und treten so in einen Dialog mit der dominanten Farbe des Fingerhuts.

Fauna

Das Dickicht des Waldes bietet einer Vielzahl heimischer Tierarten Schutz. Tierfotografie gehört nicht wirklich zu meinen Kerninteressen in der Naturfotografie. Zudem fehlt mir das Equipment wie gute und lichtstarke Teleobjektiv-Brennweiten mit denen das Fotografieren von Fluchttieren Sinn und Spass machen würden.  Trotzdem halte ich meine Augen selbstverständlich offen und wenn sich die Gelegenheit bietet, habe ich auch hier die Kamera zur Hand. Meine Tiermotive liegen – bedingt durch meine Ausrüstung – halt eher im Nah und Makrobereich.

Der Hirschkäfer ist durch einen dicken Panzer vor Angriffen geschützt.
Hirschkäfer

Der prächtige Hirschkäfer ist mir eingangs der Areuse Schlucht begegnet.

Mit seiner roten Farbe ist der Feuerkäfer unübersehbar
Scharlachroter Feuerkäfer

Viel häufiger als der Hirschkäfer anzutreffen aber nicht weniger attraktiv: Der Scharlachrote Hirschkäfer.

Feuersalamander in der Schweiz.
Feuersalamander

Ein weiterer Bewohner schattiger Orte: Der Feuersalamander, Tessin.



Die Areuse Schlucht ist überall mit Moos überwachsen

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Bildergalerie Areuse Schlucht
Über Adrian Hirsbrunner
Adrian Hirsbrunner ist 1970 geboren und interessiert sich seit seiner Kindheit für die Natur. Seit 2009 setzt er sich intensiv mit Naturfotografie auseinander. Seine ersten Schritte in die Naturfotografie machte er mit dokumentarischen Pflanzenbildern. Heute setzt er sich mit verschiedensten Themen rund um die Natur Europas auseinander. In den letzten unberührten Landschaften dieses Kontinents, findet er seine Motive und seine Inspiration.

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