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Naturfotografie mit dem Zeiss Makro-Planar *T 1/2 50mm ZE

Herbstbild mit dem Makro-Planar T* 50mm f2. Harmonisches Bokeh

Das Zeiss Makro-Planar *T 1:2/50mm ZE: Eine Festbrennweite für viele Situationen

Unter Fotografen wird oftmals über die Ausrüstung diskutiert: welches Objektiv eignet sich zu diesem und jenem Zweck? Was ist sinnvoller? APS-C oder Vollformatsensor? Mit welchem Objektiv erzeugt man schöne Unschärfe im Hintergrund usw. usw….

Solche Fragen habe auch ich mir schon oftmals gestellt, doch Tatsache ist, dass sie sich kaum schlüssig und allgemeingültig beantworten lassen. Die richtige Antwort ist viel mehr subjektiv und nur unter Berücksichtigung der individuellen Arbeitsweise und Vorlieben des Fotografen zu treffen.

Hier ist man als Fotograf, wenn man sich über eine Neuanschaffung Gedanken macht, immer wieder auf Erfahrungsberichte mit Bildbeispielen angewiesen.

Deshalb habe ich mich dazu entschieden auf meiner Website Erfahrungsberichte über meine Fotoausrüstung zu publizieren, die anderen Fotografen eine Hilfestellung bei der Wahl ihres Materials bieten können. Es handelt sich also nicht um Testberichte mit Messresultaten – deren gibt es zuhauf – sondern um subjektive, praxisbezogene Berichte.

In meinem ersten Bericht stelle ich mein allround – oder – immerdrauf – Objektiv vor: Das Zeiss Makro-Planar T* 1:2/50mm ZE.

Ausgangslage:

Vor zwei Jahren suchte ich nach einem vollformattauglichen Objektiv das mir als „Immerdrauf“ dienen sollte. Da ich sehr hohe Anforderungen an das Bokeh (ästhetische Qualität im Unschärfebereich) stellte und das Wunschobjektiv über eine möglichst hohe Lichtstärke verfügen sollte, kam die Anschaffung eines Zoomobjektivs das mir brennweitenseitig eine grössere Flexibilität geboten hätte, nicht in Frage.

Also suchte ich nach einer Festbrennweite zwischen 35 und 60mm. Vorzugsweise sollte die Naheinstellgrenze bis in den Makrobereich hineinreichen.

Aus folgenden Gründen fiel die Entscheidung auf das Zeiss Makro-Planar T* 1:2/50mm ZE:

  1.  Naheinstellbereich bis 1:2
  2.  Hohe Fertigungsqualität
  3.  Äusserst ansprechendes Bokeh
  4.  Sehr gute Schärfeleistung vom Makro bis in den ∞ Bereich
  5.  Für ein Makroobjektiv mit f2, hohe Lichtstärke

Beschreibung

Das Zeiss Makro-Planar T* 1:2/50mm ist ein Manual Focus Objektiv und verfügt über keinen Autofokus- das, wenn es auf die Geschwindigkeit ankommt, sicherlich ein Nachteil ist. Eine elektronische Einheit stellt den Kontakt zur Blendensteuerung durch die  Kamera her. Über das akustische oder das optische Signal der Kamera wird signalisiert, wann auf das Motiv scharf eingestellt ist. Das funktioniert mit etwas Übung recht gut, allerdings musste ich bei meinen beiden Kameras (Canon EOS 7D und Canon EOS 5D II) von der Möglichkeit der AF Feinjustierung Gebrauch machen um ein optimales Resultat zu erzielen.

Die Fertigungsqualität des Objektivs ist hervorragend! Der Fokussierring der Metallkonstruktion lässt sich butterweich einstellen und hat genau den richtigen Widerstand. Im Lieferumfang enthalten ist auch eine Streulichtblende, die sich im Handumdrehen via Bajonettverschluss montieren und demontieren lässt.

Am Ende fällt nur der krakelige Objektivdeckel negativ ab. Er rastet sehr schlecht ein und es erscheint mir absolut unverständlich, weshalb Zeiss für eine ansonsten tadellose, hochwertige Konstruktion keine bessere Lösung gefunden hat. Ein Ärgernis!

Das Objektiv im Gebrauch - Einschätzung

Das Zeiss Makro-Planar T* 1:2/50mm im Makro und Nahbereich:

Im Makrobereich fällt der maximale Abbildungsmassstab von 1:2 für Vollformatsensoren manchmal etwas knapp aus. In Anbetracht der für ein Makroobjektiv sehr hohen Lichtstärke, lässt sich das für mich aber verschmerzen: Eine Anfangsöffnung von f2 lässt im Makro und Nahbereich sehr viel Spielraum offen, um ein Motiv deutlich vom Hintergrund freizustellen, zudem ist die Qualität des Unschärfebereichs äusserst ansprechend.

Bei APS-C Sensoren fällt der Nachteil, dass der maximale Abbildungsmassstab nicht bis 1:1 heranreicht, etwas weniger ins Gewicht: APS-C Sensoren haben einen Verlängerungsfaktor von 1.6 gegenüber dem Vollformat, das heisst, ein 50mm Objektiv angebracht an einer Kamera mit APS-C  Sensor, entspricht eigentlich einer 80mm Brennweite am Vollformat. Durch den kleineren Sensor wird somit ein kleines Objekt formatfüllender dargestellt als beim Vollformatsensor. Demgegenüber steht die jeweilige Auflösung: EOS 5D II 21MP (Vollformat) und EOS 7D 18MP APS-C. Einige anschauliche Ausführungen zu diesem oftmals kontrovers diskutierten Thema finden Sie auch unter folgendem Link. http://www.simulacrum.info/DokuWiki/doku.php?id=makrofotografie

Zusammengefasst ist das Zeiss Makro-Planar T* 1:2/50mm ZE im Makrobereich ein hervorragendes Objektiv. Es ist selbst bei Offenblende herausragend scharf, die Anfangsöffnung von f2 lässt viel Spielraum für kreative Unschärfe, diese ist durch die kreisrunde Anordnung der Blendenlamellen und durch die Vergütung des Glases auch sehr ansprechend.

Hier einige Beispielbilder, aufgenommen mit dem Makro-Planar im Makro und Nahbereich.

Frühlings-Enzian fotografiert bei f2

Frühlings-Enzian

Frühlings-Enzian, aufgenommen mit Canon EOS 7D (APS-C) bei Blende f2. Die grosse Anfangsblende des Zeiss Makro-Planar ermöglicht im Makrobereich Abbildungen mit einem extrem dünnen selektiven Schärfebereich. Dabei zerfliesst der restliche Bereich des Bildes in harmonische, malerische Unschärfe.

Bärtige Glockenblume: Das Makro-Planar erzeugt wunderschöne Zerstreuungskreise

Bärtige Glockenblume

Die bärtige Glockenblume ist ebenfalls mit der EOS 7D bei f2 aufgenommen. Die kreisrunde Konstruktion der Blendenöffnung verleiht den Zerstreuungskreisen im unscharfen Hintergrund die abgerundete Form. Hier sieht man auch, welche Lebendigkeit des Unschärfebereichs sich beim Spiel mit dem Licht mit dem Zeiss Makro-Planar erzeugen lässt.

Das Makro-Planar ist ein ideales Objektiv für den Nahbereich.
Das Makroplanar im Nahbereich

Zeiss Makro-Planar 50mm bei f2 auf Canon EOS 5D II. Die grosse Anfangsblende erlaubt auch im Nahbereich eine deutliche Abgrenzung des Motivs vom Hintergrund. Die brillante, detailreiche Schärfe auf dem Motiv erzeugt eine beinahe dreidimensional anmutende Bildwirkung.

Das Zeiss Makro-Planar *T 1/2 50mm in der Landschaftsfotografie

In der Landschaftsfotografie spielt das 50mm Makro-Planar sowohl an der Vollformat, als auch an der APS-C Kamera seine ganze Klasse aus. Die Kontrastwiedergabe ist sehr ausgewogen und Details werden von der Bildmitte bis in die Bildecken äusserst scharf wiedergegeben. Dank des differenzierten Mikrokontrasts, lassen sich die RAW Dateien sehr gut und mit geringem Detailverlust nachbearbeiten. Ausserdem fällt die Gegenlicht- und Streulichtempfindlichkeit geringer ins Gewicht als bei anderen Objektiven mit vergleichbarer Brennweite, die ich schon in Gebrauch hatte. Meiner Meinung nach ein ganz grosses Plus! Natürlich ist das alles auch kamera- und sensorabhängig, aber mit meinen beiden Kameras und insbesondere mit der vollformatigen EOS 5D II, lassen sich damit beste Resultate erzielen. Die Farbwiedergabe ist in sich sehr stimmig und fällt etwas wärmer aus als bei Canon Objektiven. Es ist natürlich reine Geschmackssache ob einem das gefällt oder missfällt, jedenfalls sind die Objektive von Canon etwas kühler und neutraler. Hier folgen einige Landschaftsfotografien, die die qualitativen Vorteile des Zeiss Makro-Planar T* 1/2 50mm illustrieren sollen:

Auf dem Weg zum Lej Blau. Kupferfarbenes Gras und der erste Schnee.
Landschaftsaufnahme beim Lej Minor bei diesigem Wetter. EOS 5D II, Zeiss Makro-Planar T* 1/2 50mm bei f 7.1

Das Zeiss 50mm Makro-Planar überzeugt mit seiner Schärfe und den feinen Kontrasten.

  • 100% Ausschnitt im Bildzentrum: feinste Details und nuancierte Tonwerte sind sichtbar.
  • 100% Ausschnitt der unteren Bildecke rechts: lediglich im äussersten Bereich der Bildecke wird ein leichter Qualitätsabfall sichtbar.
    untere Bildecke. Zeiss 50mm Makro-Planar
  • 100% Ausschnitt eines dunklen Bildbereichs: auch dunkle Bereiche werden nuanciert und Detailreich wiedergegeben.
    Dunkler Bildbereich
Das Makro-Planar hat eine geringe Streulichtemprindlichkeit
Geringe Streulichtempfindlichkeit

Die geringe Streulichtempfindlichkeit des Makro-Planars erlaubt auch im Gegenlicht kontrastreiche Aufnahmen. 1/30 Sek., F22, ISO 500

Über Adrian Hirsbrunner
Adrian Hirsbrunner ist 1970 geboren und interessiert sich seit seiner Kindheit für die Natur. Seit 2009 setzt er sich intensiv mit Naturfotografie auseinander. Seine ersten Schritte in die Naturfotografie machte er mit dokumentarischen Pflanzenbildern. Heute setzt er sich mit verschiedensten Themen rund um die Natur Europas auseinander. In den letzten unberührten Landschaften dieses Kontinents, findet er seine Motive und seine Inspiration.

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