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Canon EF 16-35mm f/2.8L USM III Test

Das Canon EF 16-35mm f/2,8L III USM im Test: Gute Weitwinkelobjektive zeichnen sich durch hohes Auflösungsvermögen und exzellente Wiedergabe feiner Mikrokontraste aus. Erfüllt das Canon 16-35mm 2.8 III diese Anforderungen?

Erfahrungen mit dem Canon EF 16-35mm f/2.8 L III

Das Canon EF 16-35mm f/2.8L III USM ist ein hochwertiges Allround –Weitwinkelobjektiv für Landschaftsfotografen. Seine Schärfeleistung bewegt sich im Bereich erstklassiger Festbrennweiten. Mit einer Anfangsöffnung von 1:2.8 und einer recht guten Korrektur des Koma, liefert das Canon EF 16-35mm f/2,8L III USM auch gute Ergebnisse beim Fotografieren des Nachthimmels. Deshalb habe ich es für unsere Lofoten Reise von 2017 gemietet.  Welche Erfahrungen ich mit dem Canon EF 16-35mm f/2,8L III USM in der Praxis gemacht habe und weshalb ich es später gekauft habe, erfährst Du in diesem Testbericht.

Ausgangslage:

Im Herbst 2017 war ich auf der dringenden Suche nach einem Weitwinkelobjektiv. Unsere Lofoten Reise stand kurz bevor. Um die topografisch sehr spezielle Situation in den engen Fjorden mit ihren steil aus dem Meer ragenden Bergspitzen als Landschaftsfotograf zu meistern, ist ein Ultraweitwinkel Objektiv erforderlich. Meine bestehenden Brennweiten im Weitwinkel Bereich – das Canon TS-E 24mm f/3.5L II und das Sigma 35mm F1.4 DG HSM | Art – sind für diese Gegebenheiten manchmal zu lang.

Anforderungen an das neue Weitwinkelobjektiv:

Der Entscheid zum Kauf eines neuen Objektivs fällt nicht immer ganz leicht. Oft müssen Kompromisse in Kauf genommen werden: Sei es wegen dem Preis oder weil keine der möglichen Alternativen alle Bedürfnisse abdeckt. Umso wichtiger ist es, sich präzise Vorüberlegungen zu den Anforderungen zu machen und eine Prioritätenliste zu erstellen.

  • Brennweite: Wenn möglich < als 20mm
  • Lichtstärke: So lichtstark als möglich: Weil auch Polarlichter fotografiert werden, ist eine möglichst grosse Anfangsöffnung erforderlich.
  • Auflösung und optische Qualität: Keine Kompromisse. Landschaftsfotografie in Verbindung mit hochauflösenden Vollformatkameras erfordert Objektive erster Güte. Ich kaufe nicht gerne zweimal.
  • Handling, Verarbeitung, Autofokus: Das Objektiv sollte möglichst robust sein. Autofokus ist nicht zwingend erforderlich. Wichtiger wäre ein nicht zu leichtgängiger und möglichst breiter Fokusring, der sich nachts blind bedienen lässt.
  • Filtersystem: Wenn möglich mit meinem bestehenden Lee-Steckfiltersystem kompatibel.

Das Canon EF 16-35mm f/2,8L III USM im Test

Erfüllt das Onjektiv alle meine Wünsche und Anforderungen? Nein, leider nicht ganz, im Wesentlichen aber schon. Das Canon EF 16-35mm f/2,8L III USM ist ein Allroundobjektiv der Spitzenklasse, das aber einige Kompromisse einfordert. Im Folgenden gehe ich auf die einzelnen Punkte genauer ein:

Der Brennweitenbereich

Der Brennweitenbereich von 16-35mm ist für die Landschaftsfotografie ideal. Anders als bei einer Festbrennweite, deckt das Objektiv den komfortablen Bereich vom Superweitwinkel bis hin zur kurzen Normalbrennweite ab. Das Canon EF 16-35mm 1:2,8L III USM bietet eine maximale Flexibilität und leistet somit auch als „Immerdrauf Objektiv“ gute Dienste.

Lichtstärke: Ist die Anfangsöffnung von f 2.8 in der Landschaftsfotografie ausreichend?

Viele meiner Kollegen werden diese Frage ohne zu zögern mit „Ja!“ beantworten. Landschaften werden oft mit Blendenöffnungen zwischen f 5.6 und f 11 fotografiert. Diese Blendenöffnungen garantieren bei Weitwinkelobjektiven in Kombination mit dem Hyperfokalpunkt, meist vom Vordergrund bis in den Unendlich-Bereich eine durchgängige Bildschärfe. Viele Landschaftsfotografen propagieren deshalb die Vorzüge des Canon EF 16-35mm f/4L IS USM: Mit einem Preis von rund 950 sFr. ist die f 4 Variante deutlich günstiger als sein lichtstärkeres Pendant. Das Canon EF 16-35mm f/4L IS USM ist ausserdem leichter, kompakter und verfügt im Gegensatz zur f 2.8er Ausführung über einen Bildstabilisator.

Meine persönlichen Anforderungen sind hier jedoch anders: Für mich ist die Anfangsöffnung des Canon EF 16-35mm f/2,8L III USM gerade mal ausreichend. Wer nämlich in der Nacht Landschaften mit Sternenhimmel fotografieren will und die Sterne noch punktförmig abgebildet haben möchte,  ist zwingend auf lichtstarke Objektive angewiesen. Wenn dann noch Polarlichter dazukommen die sich schnell bewegen, ist eine grosse Blende für hochwertige Bilderzeugnisse unabdingbar.

Eine Offenblende von 2.8 ist für das Fotografieren von Polarlichtern oft schon zu lichtschwach. Mit dem Canon EF 16-35mm 1:2,8L III ist man gerade noch dabei. Eine Anfangsöffnung von f/4, wie sie das Canon EF 16-35mm f/4L IS USM bietet, reicht bei schnellen Polarlichtern jedoch definitiv nicht mehr aus.
Anfangsöffnung 2.8 in der Polarlicht - und Astrofotografie

Eine Offenblende von 2.8 ist für das Fotografieren von Polarlichtern oft schon zu lichtschwach. Mit dem Canon EF 16-35mm 1:2,8L III ist man gerade noch dabei. Eine Anfangsöffnung von f/4, wie sie das Canon EF 16-35mm f/4L IS USM bietet, reicht bei schnellen Polarlichtern jedoch definitiv nicht mehr aus.

Mein Wunschobjektiv hätte also ruhig noch lichtstärker als das Canon EF 16-35mm f/2,8L III USM sein können. Eine Festbrennweite zwischen 16 und 18mm, mit der Anfangsblende f 1.4 und bestechend hoher optischer Leistung, hätte ich gegenüber dem Zoomobjektiv von Canon zulasten seiner Flexibilität bevorzugt.

Wie gut ist das Auflösungsvermögen und die optische Qualität des Canon EF 16-35mm f/2,8L III USM?

Auflösungsvermögen:

Das Auflösungsvermögen des Canon EF 16-35mm f/2,8L III USM ist über den ganzen Brennweitenbereich herausragend und demjenigen guter Festbrennweiten ebenwürdig. Selbst in den Ecken hat es nahezu keine Schwächen. Hier zeigt Canon auf eindrückliche Weise, welches Know-how das Unternehmen in über 70 Jahren Objektivbau erworben hat. Kameras mit hochauflösenden Sensoren, wie etwa die Canon EOS 5DS R oder die Canon EOS 5D Mark IV, sind mit diesem Objektiv bestens bedient.

Punkto Auflösungsvermögen lässt das 16-35m 2.8 III von Canon keine wünsche offen. Auch der Mikrokontrast des Ultraweitwinkel-Zoomobjektivs liegt auf höchstem Niveau.
Auflösung des Canon EF 16-35mm f/2,8L III USM

Punkto Auflösungsvermögen lässt das 16-35m 2.8 III von Canon keine Wünsche offen. Auch der Mikrokontrast des Ultraweitwinkel-Zoomobjektivs liegt auf höchstem Niveau.

Verzeichnung:

Die Verzeichnung des Canon EF 16-35mm f/2,8L III USM ist im kurzen Brennweitenbereich deutlich tonnenförmig – und im mittleren bis langen Brennweitenende leicht tonnenförmig und am Randbereich kissenartig. Das Objektiv ist für ein Ultraweitwinkel Zoomobjektiv zwar gut korrigiert, die Verzerrungen sind aber bei Architekturaufnahmen trotzdem gut sichtbar. In der Natur – und –Landschaftsfotografie ist das nicht weiter tragisch. Fällt die Verzeichnung einmal zu stark ins Gewicht, kann sie mittels Objektivkorrekturprofil am Computer leicht korrigiert werden. Ambitionierte Architekturfotografen jedoch, sind mit einem Tilt-Shift Objektiv besser beraten.

Das EF 16-35mm f/2.8 III ist aufgrund seiner merklichen Verzeichnung nicht unbedingt das Architektur-Objektiv erster Wahl. Trotzdem lässt es sich bei unkritischen Motiven auch hierfür verwenden.
Architekturfotografie mit dem Canon EF 16-35mm f/2,8L III USM

Das EF 16-35mm f/2.8 III ist aufgrund seiner merklichen Verzeichnung nicht unbedingt das Architektur-Objektiv erster Wahl. Trotzdem lässt es sich bei unkritischen Motiven auch hierfür verwenden.

Die hohe Detailwiedergabe des 16-35mm macht auch bei Architekturaufnahmen Freude.
Architekturdetail bei 100% Ansicht (50MP Kamera)

Die hohe Detailwiedergabe des 16-35mm macht auch bei Architekturaufnahmen Freude.

Chromatische Aberration:

Das Canon EF 16-35mm f/2,8L III USM ist im ganzen Brennweitenbereich ausgezeichnet korrigiert. Farbsäume treten selbst in kritischen Situationen höchstens marginal auf.

Koma

Das Koma ist eine verschärfte Form der sphärischen Aberration die besonders störend an den Bildrändern von Ultraweitwinkel-Aufnahmen auftritt. Weil das Licht der sich an den Bildrändern befindenden Objekte schräg zur optischen Achse auf die Linse auftrifft, werden diese schweifartig oder tropfenförmig wiedergegeben. Besonders gut sichtbar, wird das bei Aufnahmen des Sternenhimmels: Die Sterne an den Bildrändern sind nicht mehr punktförmig, sondern eben schweifartig abgebildet.

Dieser optische Fehler kann durch Abblenden etwas reduziert werden. Bei Nachtaufnahmen mit Sternenhimmel wird aber aus naheliegenden Gründen meist mit Offenblende fotografiert und somit ist dieser Bildfehler hier besonders relevant.

Das Canon EF 16-35mm f/2,8L III USM in der Astrofotografie.
Polarlichtbild bei f/2.8

Das Canon EF 16-35mm f/2,8L III USM in der Astrofotografie.

Auch beim Canon 16-35mm f/2.8 L III kommt bei der 100% Ansicht (50MP) in den äussersten Ecken Koma zum Vorschein. In der Praxis (Bilder bis 120cm Länge) wirkt sich dies aber kaum störend aus.
100% Ansicht äusserste obere Ecke rechts

Auch beim Canon 16-35mm f/2.8 L III kommt bei der 100% Ansicht (50MP) in den äussersten Ecken Koma zum Vorschein. In der Praxis (Bilder bis 120cm Länge) wirkt sich dies aber kaum störend aus.

Canon hat diesen Fehler beim EF 16-35mm f/2,8L III USM sehr gut korrigiert. Trägt man dem Umstand Rechnung, dass es sich um ein Zoomobjektiv handelt, ist das besonders bemerkenswert. Der Fehler tritt bei Sternenaufnahmen zwar auch hier zutage, er ist aber besser kontrolliert als bei den meisten aktuellen Festbrennweiten. Für mich war das ein nicht unwesentlicher Grund zum Kaufentscheid.

Vignettierung

Weitwinkelobjektive haben konstruktionsbedingt bekanntlich eine besonders starke Vignettierung. Dies ist leider auch beim Canon EF 16-35mm f/2.8L USM nicht anders. Auch dieser Fehler tritt besonders stark bei Offenblende zutage. Hier beträgt die Randabschattung bei 16mm ganze 1.6 Blendenstufen. Anders ausgedrückt handelt es sich um einen Lichtverlust von 67%. Durch Abblenden auf f 5.6 reduziert sich die Randabschattung bereits auf 0.7 Blendenstufen. Am oberen Brennweitenende, bei 35mm,  fällt die Vignettierung milder aus. Bei Offenblende beträgt sie noch 0.4 Blendenstufen.

Da sich Vignettierung mit Hilfe von Bildbearbeitungsprogrammen problemlos korrigieren lässt, ist das alles kein Problem – könnte man denken… Das wäre leider ein Trugschluss: Bei Nachtaufnahmen, wo mit grosser Blende und hoher Lichtempfindlichkeit gearbeitet werden muss, ist die Vignettierung ein Problem. Das Beispiel einer typischen Kameraeinstellung die beim Fotografieren von Polarlichtern oft verwendet wird, veranschaulicht das sehr gut:

Empfindlichkeit ISO 3.200, Blende f 2.8.

Lichtverlust an den Bildrändern bei f 2.8 = 1.6 Blendenstufen.

Kompensation einer Blendenstufe = ISO x 2

Um die Vignettierung am Bildrand mittels Software zu kompensieren, liegt man rechnerisch bei einer Bildqualität, die einer Aufnahme bei ISO 10.240 entspricht. Wenn man mit einrechnet, dass die Aufnahme etwas zu knapp belichtet ist und noch leicht aufgehellt werden muss, kann man getrost von einer Korrektur um zwei Blendenstufen sprechen: Die Bildqualität und das Bildrauschen einer vollumfänglich kompensierten Aufnahme, entspricht am Bildrand folgedessen einer Aufnahme bei ISO 12.800.

Blendenlamellen: Blendenstern und Bokeh des Canon EF 16-35mm f/2,8L III USM:

Nicht selten bezieht man in der Landschaftsfotografie die Sonne mit ins Bild ein. Das ist insbesondere abends und bei tiefem Sonnenstand der Fall. In solchen Situationen wird die Blende meist stark geschlossen, so dass die Sonne sternförmig abgebildet wird. Die Ästhetik des Sonnensterns hängt dabei massgeblich von der Anzahl Blendenlamellen des Objektivs ab. Das Canon EF 16-35mm f/2.8L USM besitzt eine beinahe kreisrunde Blende die durch neun Blendenlamellen gewährleistet wird. Eine ungerade Blendenlamellenzahl bewirkt, dass auf dem Bild doppelt so viele Strahlen abgebildet werden. Es entsteht also ein 18-strahliger Sonnenstern.

Aufgrund seiner neun Blendenlamellen erzeugt das Canon EF 16-35mm 1:2,8L III USM einen 18-strahligen Blendenstern.
Sonnenstern des Canon EF 16-35mm f/2,8L III USM

Aufgrund seiner neun Blendenlamellen erzeugt das Canon EF 16-35mm f/2,8L III USM einen 18-strahligen Blendenstern.

Bei einer geraden Anzahl an Lamellen überlagern sich die Strahlen der gegenüberliegenden Lamellen, so dass die Anzahl der „Sonnenstrahlen“ der Anzahl verbauter Blendenlamellen entspricht. Eine Blende mit sechs Lamellen würde also eine Sonne mit sechs Strahlen erzeugen.

Ich persönlich bevorzuge einen vielstrahligen Blendenstern und finde den Stern des Canon EF 16-35mm f/2.8L USM deshalb perfekt.

Ebenfalls stark von der Anzahl verbauter Blendenlamellen abhängig, ist das Bokeh eines Objektivs (so nennt man die ästhetische Anmutung des Unschärfebereichs in einem Bild). Eine beinahe kreisrunde Blende, wie sie das Canon EF 16-35mm 1:2,8L III USM aufweist, erzeugt auch kreisrunde Zerstreuungskreise und somit eine relativ harmonische Unschärfe.

Das Bokeh ist für mich bei einem Superweitwinkel-Objektiv nicht wirklich relevant. Sollte man das Canon EF 16-35mm f/2.8L USM tatsächlich einmal im Nahbereich einsetzen und damit ein Objekt freistellen wollen, kann man sich auch hier auf die Leistung dieses Objektivs verlassen.

Streulichtempfindlichkeit und Ghosting:

Konstruktionsbedingt sind Superweitwinkelobjektive besonders streulichtanfällig. Um die störenden Lens Flares zu reduzieren, setzt Canon EF 16-35mm f/2.8L USM Linsen mit SWC und ASC Vergütung ein. Diese erweisen sich in der Praxis durchaus als effektiv. Lens Flares und Ghoasting können in Extremsituationen zwar nicht gänzlich vermieden werden, sie liegen aber in einem sehr moderaten Bereich.

Canon EF 16-35mm f/2.8L USM – Handling , Verarbeitung und Autofokus:

Das Canon EF 16-35mm f/2.8L USM ist grundsolide verarbeitet und besitzt einen Witterungsschutz. Somit ist es für den beanspruchenden Einsatz im Aussenbereich gut gerüstet. Das Objektiv wird mit einer Streulichtblende ausgeliefert. Das Filtergewinde ist mit einem Durchmesser von 82mm mit gängigen Filtersystemen kompatibel.

Gut: Das Canon EF 16-35mm 1:2,8L III USM ist mit gängigen Verlaufsfiltern kompatibel.
Landschaftsaufnahme mit Verlaufsfilter

Gut: Das Canon EF 16-35mm f/2,8L III USM ist mit gängigen Verlaufsfiltern kompatibel.

Wer das Objektiv im Autofokusbetrieb benutzt, wird wenig zu beanstanden haben. Die Trefferquote ist in Kombination mit meiner Canon EOS 5DS R tadellos. Wenig Freude bereitet das manuelle Fokussieren: Diesbezüglich bin ich mit Canon noch immer höchst unzufrieden. Zwar ist der Fokussierring bei diesem Objektiv angenehm gross und griffig, allerdings aber auch viel zu leichtgängig:

Besonders ärgerlich ist das beim Fotografieren von Polarlichtern. Ich übertreibe nicht wenn ich behaupte, dass ich aufgrund dieser Schwäche auf unserer Norwegenreise sehr viele defokussierte Bilder eingefangen habe. In der Hitze des Gefechts in stockfinsterer Umgebung bleibt eine Verstellung des Fokusrings manchmal für längere Zeit unbemerkt.

Dies ist eine Schwäche, die ich bei Canon Objektiven seit langer Zeit beanstande. Zeiss kann das um Meilen besser (ok, das sind reine Manuellfokus-Objektive), aber auch mit der Sigma Art Serie lässt sich im manuellen Betrieb besser arbeiten.

Fazit:

Das Canon EF 16-35mm f/2.8L USM ist nicht die eierlegende Wolfsmilchsau. Es ist aber ein tolles Weitwinkelobjektiv, das sich für viele Zwecke verwenden lässt und nur wenige Schwächen hat. In der Praxis ist es ein sehr zuverlässiger und solider Begleiter der auch mit einem effektiven Wetterschutz ausgerüstet ist. Die optische Leistung dieses Objektivs ist über den gesamten Brennweitenbereich herausragend und lässt wenige Wünsche offen.

Im manuellen Betrieb gibt es aber noch viel Luft nach oben. Hier kann das Canon EF 16-35mm f/2.8L USM, wie so viele andere Canon Objektive auch, nicht wirklich überzeugen. Der Fokussierring ist zu leichtgängig und wird einem Objektiv dieser Preisklasse nicht wirklich gerecht.

Nichts desto trotz: mit der Gesamtleistung dieser Optik war ich nach meinem ausführlichen Test in Norwegen so zufrieden, dass ich auf dieses Werkzeug nicht mehr verzichten mochte. So ist dieses Objektiv zu einem oft genutzten und unverzichtbaren Begleiter geworden.

Alternativen zum Canon EF 16-35mm f/2.8L III USM

Im Vorfeld meiner Norwegenreise habe ich mir viele Gedanken zu allfälligen Alternativen gemacht: Wer keine Bilder des Nachthimmels machen will und auf die Anfangsöffnung von f 2.8 verzichten kann, wird sicher das Canon EF 16-35mm f/4L IS USM in Erwägung ziehen. Auch dieses Objektiv soll eine sehr solide optische Leistung erbringen. Zudem ist es günstiger als sein lichtstarker Bruder, es ist leichter – und es besitzt einen Bildstabilisator.

Dann gibt es noch die zwei älteren Versionen der lichtstarken 2.8 er Variante: Das Canon EF 16-35mm f/2.8L I und II. Diese geniessen keinen besonders guten Ruf was ihre optische Leistung betrifft und sie sind nicht mehr wirklich auf der Höhe der Zeit. Wer eine Kamera mit hochauflösendem Sensor besitzt und auf möglichst knackige Bilderergebnisse setzt, wird wohl bessere Alternativen finden.

Folgende Festbrennweiten sind für mich als Alternative in die enge Wahl gekommen:

Ganz oben auf der Liste stand das Zeiss Milvus 2.8/18mm T* ZE. Dieses Objektiv ist sündhaft teuer und seine optische Leistung liegt etwa auf der Höhe derjenigen des Canon EF 16-35mm 1:2.8L III USM. Warum also eine teure Festbrennweite ohne Autofokus, welche weniger Flexibilität bietet als ein Zoomobjektiv? Mich überzeugt die mechanische Güte dieser Objektive. Wer einmal mit einem Zeiss Objektiv gearbeitet hat, lernt die Vorzüge dieser Instrumente schätzen. Die Haptik dieser Geräte ist einzigartig. Hier wackelt nichts, die Fokussierung geht butterweich von statten – und ist der Fokus einmal gesetzt, bleibt er auch dort wo er ist. Besonders nachts ist das ein riesiger Vorteil.

Hätte das Zeiss auch noch eine etwas grössere Anfangsöffnung geboten, wäre es das Objektiv meiner Wahl gewesen.

Auch zwei Sigma Festbrennweiten standen bei meiner Evaluation ganz oben: das SIGMA 20mm F1.4 DG HSM | Art und das SIGMA 14mm f/1.8 DG HSM | Art. Auch diese beiden Objektive haben im manuellen Betrieb gegenüber dem Canon Vorteile. Zudem sind sie beide sehr lichtstark, was zum Fotografieren von Nordlichtern ideal ist.

14mm waren mir jedoch für den Alltagsgebrauch etwas zu weitwinklig. Gegen das 20mm sprach der grosse Lichtabfall im Randbereich, sowie ausgeprägtes Koma. Ausserdem hätte ich für beide Objektive meine bestehenden Grau – und – Verlaufsfilter nicht verwenden können.

Ergo:

Die Wahl zweckmässiger Ausrüstung ist nicht immer ganz einfach. Es macht sich durchaus bezahlt, bei der Evaluation genau hinzuschauen. Einmal, zweimal, oder auch dreimal. Für das Canon EF 16-35mm f/2.8L USM konnte ich mich definitiv nicht auf Anhieb entscheiden. Also habe ich eines gemietet – und es während zwei Wochen unter Extrembedingungen ausgiebig getestet. Danach wusste ich, dass ich auf dieses Werkzeug nicht mehr verzichten will.

Über Adrian Hirsbrunner
Adrian Hirsbrunner ist 1970 geboren und interessiert sich seit seiner Kindheit für die Natur. Seit 2009 setzt er sich intensiv mit Naturfotografie auseinander. Seine ersten Schritte in die Naturfotografie machte er mit dokumentarischen Pflanzenbildern. Heute setzt er sich mit verschiedensten Themen rund um die Natur Europas auseinander. In den letzten unberührten Landschaften dieses Kontinents, findet er seine Motive und seine Inspiration.

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