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Sardinien: Insel für Naturfreunde

Sardinien hat Landschaftlich sehr vieles zu bieten. So auch die Cala Goloritzé an der Ostküste Sardiniens.

Landschaften, Vögel und Orchideen Sardiniens

Mit seiner landschaftlichen Vielfalt ist Sardinien die Heimat vieler seltener Tier – und –  Pflanzenarten. Mein Hauptaugenmerk galt auf unserer diesjährigen Reise zwischen Ende April und Anfang Mai vor allem den Orchideen. Entsprechend hielten wir uns auf unserer Reise besonders in jenen Regionen Sardiniens auf, welche für ihre zum Teil endemischen Orchideenarten bekannt sind.

Auch wollte ich der reichhaltigen Vogelwelt eine gewisse Aufmerksamkeit schenken. Besonders erhoffte ich mir, irgendwann die farbenfrohen Bienenfresser zu erspähen, welche auf dieser Insel noch regelmässig anzutreffen sind. Eine beachtenswerte Anzahl der 4000-6000 Bienenfresser-Brutpaare Italiens nistet nämlich in Sardinien. Für die Naturfotografie sollten sich also genügend Gelegenheiten finden.

Sardinien ist eine Insel Italiens, auf der man den Bienenfresser noch regelmässig beobachten kann. Er ist wohl einer der farbenprächtigsten Vögel Europas.
Bienenenfresser bei der Paarung - Nordwest-Sardinien

Sardinien ist eine Insel, auf der man den Bienenfresser noch regelmässig beobachten kann. Er ist wohl einer der farbenprächtigsten Vögel Europas.

Die Natur rund um Alghero

Die ersten paar Tage unserer Reise  verbrachten wir in Alghero. Alghero ist wohl eine der schönsten Städte Sardiniens und ist deshalb eine sehr angenehme Destination für Exkursionen in die Region. Die schöne Strandpromenade zieht sowohl Einheimische als auch Touristen an und ist deshalb sehr belebt. Abends kann man in vielen freundlichen Restaurants die kulinarischen Freuden Sardiniens geniessen.

Landschaftlich herausragend sind besonders die Karstklippen nahe der Grotta di Nettuno. Eine Klippenwanderung bietet hier wunderschöne Ausblicke auf das tiefblaue Meer und die kleine vorgelagerte Insel. Über den Klippen trifft man auf eine typische mediterrane Küstenvegetation mit dichtem Macchia-Bewuchs. Die Illyrische Trichternarzisse (Pancratium illyricum) ist in voller Blüte und ziert mit ihren weissen Sternen die Landschaft.

Die Karstklippe nahe der Grotta di Nettuno bietet Tiefblick ins azurblaue Meer.
Karstklippe bei Alghero

Die Karstklippe nahe der Grotta di Nettuno bietet Tiefblick ins azurblaue Meer.

Die Illyrische Trichternarzisse ziert die Küstenregionen mit ihren weissen Sternen.
Illyrische Trichternarzisse

Die Illyrische Trichternarzisse ziert die Küstenregionen mit ihren weissen Sternen.

Auch die zahlreichen Tyrrhenischen Mauereidechsen, denen man übrigens auf der ganzen Insel begegnet, ziehen unsere Blicke auf sich. Ihre Schuppen leuchten in prächtig grünen, gelben und hellblauen Farben die im Kontrast zu den schwarzen Schuppen faszinierende Muster bilden. Jede Echse ist anders gezeichnet und so sind wir dazu angehalten, die einzelnen Individuen immer wieder aus der Nähe zu betrachten.

Überall auf Sardinien kann man die Tyrrhenische Mauereidechse beobachten.
Tyrrhenische Mauereidechse

Überall auf Sardinien kann man die Tyrrhenische Mauereidechse beobachten.

Orchideen finden wir vor allem von Alghero aus landeinwärts. So zum Beispiel an der SS127 zwischen Alghero und Sassari. Leider setzt die Landwirtschaft die Trockenrasenstandorte und Heckenränder durch die intensive Beweidung mit Ziegen und Schafen arg unter Druck. Es sind meist nur kleinste Parzellen und Strassenränder die noch Lebensraum für die empfindlichen Pflanzen bieten. Wo die Bedingungen stimmen, ist die Artenvielfalt eindrücklich.

So sehen wir hier mit Annas Ragwurz (Ophrys annae) auch schon die erste in Sardinien endemische Orchideenart. Genaugenommen wurde die Pflanze auch schon an der Südspitze Korsikas gefunden wo ihr aber offenbar der Bestäuber fehlt. Ophrys annae besitzt ähnliche Blüten wie Ophrys holoserica die in unseren Breitegraden wächst. Die Blüten von Ophrys annae sind jedoch sehr viel kleiner – etwa halb so gross – und weisen nebst anderen differenzierenden Merkmalen eine andere Behaarung auf. Morphologisch sehr ähnliche Pflanzen habe ich übrigens auch schon in Umbrien angetroffen, so dass ich einen gewissen Zweifel habe, ob die Pflanze wirklich ein sardischer Endemit ist.

Annas Ragwurz (Ophrys annae) soll in Sardinien endemisch sein.
Annas Ragwurz

Annas Ragwurz (Ophrys annae) soll in Sardinien endemisch sein.

Ophrys annae wächst meist in Begleitung anderer Orchideenarten. So finden wir neben ihr auch Anacamptis longicornu (grösstenteils abgeblüht), Anacamptis piramidalis, Aceras anthropophorum, Anacamptis papilionacea, Neotinea maculata (abgeblüht) Barlia robertiana (abgeblüht), Ophrys neglecta, Ophrys speculum, Ophrys lupercalis, Ophrys incubacea, Ophrys luteae, Ophrys incubacea, Ophrys garganica, Ophrys apifera sowie Serapias lingua und Serapias parviflora.

Ophrys neglecta ist in Sardinien relativ häufig anzutreffen.
Ophrys neglecta

Ophrys neglecta ist in Sardinien relativ häufig anzutreffen.

Landschaft und Orchideen rund um Iglesias - Südwest-Sardinien

Unser zweites Ziel war die Stadt Iglesias die sich im Südwesten Sardiniens befindet. In der Hoffnung Flamingos zu sehen machten wir bei der Anreise einen Abstecher auf die Sinis-Halbinsel. Leider wurden unsere Erwartungen bezüglich dieser rosenroten Tiere nicht wirklich erfüllt. In den Lagunen und Salzseen hielten sich nur ganz wenige Flamingos auf. Sie befanden sich in einer Entfernung von wo aus sie mit dem Feldstecher nur knapp zu identifizieren waren. Dafür fanden wir am Rand einer Strasse eine grosse Ophrys speculum Population. Leider waren die Pflanzen die hier zu Hunderten geblüht hatten zu einem grossen Teil bereits abgeblüht. Trotzdem war es eindrücklich, die Spiegelragwurz in einer dermassen zahlreichen Population anzutreffen.

Neben der Spiegelragwurz fand sich ausserdem eine kräftig gefärbte Gruppe der Ophrys eleonarae. Zudem waren einige Ophrys incubacea mit weisser Lippenzeichnung auszumachen.

Bei der Weiterfahrt, treffen wir doch noch auf eine kleine Flamingo-Kolonie die sich in Reichweite befindet.
Flamingo, Sardinien

Bei der Weiterfahrt treffen wir doch noch auf eine kleine Flamingo-Kolonie die sich in Reichweite befindet.

Schulbeispiel konvergenter Evolution: Ophrys chestermanii und Ophrys normanii

In der Region von Iglesias wachsen mit den Lokalendemiten Chestermans Ragwurz (Ophrys chestermanii) und Normans Ragwurz (Ophrys normanii), zwei äusserst seltene Orchideenarten, welche ein beeindruckendes Beispiel für konvergente Evolution darstellen.

Wie ich bereits andernorts dargelegt habe, bedienen sich Pflanzen der Gattung Ophrys zur Selektion ihrer Bestäuber eines raffinierten Tricks:  Mittels eines Cocktails von Pheromonen (Sexuallockstoffen) sowie optischen und taktilen Reizen, imitieren sie paarungsbereite Weibchen verschiedener Insektenarten. Der Pheromon-Cocktail, der die exakte Signatur der Königin einer bestimmten Art trägt, reicht aus, um bei den jeweiligen Drohnen unweigerlich das Paarungsverhalten auszulösen und auf das vermeintliche Insektenweibchen aufzusitzen. Bei der Pseudokopulation haftet sich das Pollenpaket der Pflanze auf der Drohne fest.  Bemerkt die Drohne den Betrug, fliegt sie zur nächsten Blüte und überträgt somit den Pollen auf deren Narbe.

Diese Spezialisierung auf nur einen Bestäuber gewährleistet, dass möglichst wenig Pollen fehlgeleitet wird.

Ophrys chestermanii und Ophrys normanii sehen beide recht ähnlich aus und sie haben mit der Schmarotzerhummel (Bombus vestalis) auch den gleichen Bestäuber, den sie mit den identischen Duftstoffen anlocken. Zudem sind die beiden Arten an den gleichen Standorten anzutreffen.

Chestermans Ragwurz (Ophrys chestermanii) bei Domus Novas.
Ophrys chestermanii

Chestermans Ragwurz (Ophrys chestermanii) bei Domus Novas.

Ophrys normanii galt deshalb lange als Primärhybride zwischen Ophrys neglecta und Ophrys chestermanii. Die Hybridisierung zwischen Ophrys-Arten ist in der Natur aufgrund des relativ jungen Erbguts der Gattung keine Seltenheit, was bei der Bestimmung der sich nahestehenden Arten oft für noch mehr Verwirrung sorgt.

Interessanterweise konnte in den letzten Jahren nachgewiesen werden, dass die beiden Arten in keinem näheren verwandtschaftlichen Zusammenhang stehen. Genetische Untersuchungen haben ergeben, dass Ophrys normanii aus Ophrys neglecta hervorgegangen ist, wogegen es sich bei Ophrys chestermanii um einen Abkömmling von Ophrys annae handelt.

Dieses Beispiel zeigt auf eindrückliche Art und Weise wie sich neue Arten aus Arten mit unterschiedlicher Herkunft evolutionsbiologisch konvergent entwickeln können! Die beiden Ophrys-Arten haben sich unabhängig voneinander, sowohl in morphologischer Hinsicht als auch durch die Nachahmung des gleichen Duftstoff-Cocktails, in die gleiche Richtung angepasst und sich dadurch gegenüber ihren jeweiligen Vorfahren als eigene Arten abgegrenzt.

Das Bildbeispiel oben zeigt von links nach rechts Ophrys annae, Ophrys chestermanii, Ophrys neglecta und Ophrys normanii. Ophrys chestermanii hat sich aus Ophrys annae entwickelt, Ophrys normanii aus Ophrys neglecta.

Ophrys chestermanii findet man vor allem rund um Domus Novas, Ophrys normanii haben wir zwischen Fluminimaggiore und Iglesias angetroffen. Die beiden Arten gehören zu den grossblumigsten Ragwurz-Arten überhaupt.

Die prächtige und grossblumige Ophrys normanii.
Normans Ragwurz (Ophrys normanii)

Die prächtige und grossblumige Ophrys normanii.

Das alte Bergbaugebiet Sulcis-Iglesiente

Iglesias ist eine angenehme Kleinstadt die von einer attraktiven Berglandschaft umgeben ist. Sie ist Hauptort des ehemals für seine Silber, Kupfer, Blei – und – Zinkgruben bekannten Gebietes Sulcis-Iglesiente. Noch heute findet man überall verlassene Bergwerke. Die Südwesküste ist landschaftlich sehr reizvoll, so dass sich in neuerer Zeit auch Touristen für das ehemalige Erzabbaugebiet interessieren.

Ich war vor allem von jenen Küstenabschnitten angetan, an welchen sich neben dem hellen Karstgestein vereinzelt grüngraue, querstehende Serpentinit-Felsen auftürmen. Bei wolkigem Wetter wirken die Farben der Landschaft, des Meeres und des Himmels so, als wären sie Farbton in Farbton abgestimmt.

Der grüne, querstehende Serpentinit der aus dem Meer hinausragt, hat es mir besonders angetan.
Küste im ehemaligen Bergbaugebiet Sulcis-Iglesiente

Der grüne, querstehende Serpentinit der aus dem Meer hinausragt, hat es mir besonders angetan.

Auch eine botanische Exkursion in die obere Küstenregion hätte sich wohl gelohnt. Obwohl wir keine Zeit zum Erkunden der Region hatten, fanden wir bei einem Halt zahlreiche Exemplare der Bienen-Ragwurz. Auf einer kurzen Wanderung entdeckten wir nebst Serapien auch eine einzelne Ophrys chestermanii.

Die Umgebung von Orosei

Nach den Tagen in Iglesias reisten wir weiter nach Orosei. Die Region ist aufgrund ihrer grossen Strände im Sommer Magnet vieler Badetouristen.

Unser Ziel war allerdings die nördlich von Dorgali liegende Tropfsteinhöhle Grotta  Ispiligoli sowie der Monte Albo. In vielen älteren Berichten wird auf den Orchideenreichtum des Berges hingewiesen, so dass wir auf eine artenreiche Landschaft hofften. Unsere Erwartungen wurden jedoch nicht erfüllt. Waren hier laut einigen Quellen im Jahr 2010 noch zahlreiche Fundorte an der Strasse vorhanden, sind diese mittlerweile offenbar unwiederbringlich erloschen. Zu gross ist heute die landwirtschaftliche Nutzung des Gebietes als Weideland.

Die Besteigung des Monte Albo brachte schliesslich doch noch einige wenige Exemplare der in Sardinien und Korsika endemischen Ophrys morisii zu Tage. Wir entdeckten auch Ophrys nuoro und Ophrys lupercalis, sowie Orchis mascula ssp. Ichnusae.

Ophrys morisii am Monte Albo
Ophrys morisii

Ophrys morisii am Monte Albo

Als Besonderheit fanden wir ausserdem eine grün-gelblich blühende Levkojen-Art welche ich nicht bestimmen konnte. Weder in einem Nachschlagewerk noch im Internet habe ich eine ähnliche Pflanze gefunden.

Am nächsten Tag wurden wir auch am Standort der Ophrys panattensis bei der Grotta Ispiligoli enttäuscht. Nirgendwo in der Region von Dorgali konnten wir die seltene und endemische Ragwurz-Art finden. Erwähnenswert ist hier einzig die Bienen-Ragwurz, die bei der Grotte mit besonders schöner Lippenzeichnung wächst.

Nach diesem kleinen Ausflug machten wir uns zum Golo-Hochplateau auf. Von da aus führt eine landschaftlich attraktive Wanderung zur Küste an die Cala Goloritzé. Obwohl die Wanderung hin und zurück rund drei Stunden dauert, waren wir hier nicht alleine. Der Strand mit seinem türkisblauen Wasser scheint sich auch bei den Italienern grosser Beliebtheit zu erfreuen. Trotzdem lohnt sich die Wanderung, die an alten Eichen und an einer riesigen Felsnadel vorbeiführt, auf jeden Fall.

Stimmungsvolle Cala Goloritzé.
Cala Goloritzé

Stimmungsvolle Cala Goloritzé.

Auf dem Rückweg fanden wir wider Erwarten sogar noch die zuvor bei Dorgali vergeblich gesuchte Ophrys panattensis. Nur ein einziges Exemplar war auszumachen. Sie ist ausser ein paar Serapien die einzige Orchideenart, die wir auf dieser Wanderung angetroffen haben.

Der Norden Sardiniens und das Capo Testa

Mit etwas Glück fanden wir für unsere letzten Tage in Sardinien eine Wohnung direkt am Capo Testa. Dies hatte den grossen Vorteil, dass wir beinahe alle Wanderungen direkt zu Fuss und ohne zusätzliche Autofahrt unternehmen konnten.

Am Capo Testa findet man die eindrücklichsten Landschaften Sardiniens.
Capo Testa

Am Capo Testa findet man die vielleicht eindrücklichste Landschaft Sardiniens.

Die malerische Granitlandschaft mit ihren Tavoniverwitterungen gehört mit zum Schönsten, was die Landschaft Sardiniens zu bieten hat. Das Spezielle an der Tavoniverwitterung ist, dass sie durch chemische Zersetzung im Inneren der Gesteinsbrocken beginnt. Dadurch bilden sich im Inneren der Felsen Hohlräume welche erst später zu Tage treten und die Felsen zu einmaligen Figuren formen.

Zahlreiche Wanderwege führen durch diese märchenhafte Landschaft so dass wir reichlich Gelegenheit hatten, die Tavoni-Trolle zu erkunden.

Unser Aufenthalt direkt am Capo Testa machte es möglich, die Landschaft auch in den frühen Morgenstunden zu geniessen.
Morgenspaziergang

Unser Aufenthalt direkt am Capo Testa machte es möglich, die Landschaft auch in den frühen Morgenstunden zu geniessen.

Es lohnt sich auch der reichhaltigen Fauna des Capo Testa etwas Aufmerksamkeit zu schenken. So trafen wir hier des Öftern auf grosse Exemplare der Breitbandschildkröte. Auch die Gelbgrüne Zornnatter suchte schleunigst das Weite als ich einen Trockenrasen betrat. Während ich auf einem Felsen sitzend eine Weile vergeblich darauf wartete, dass sie ihr Versteck wieder verlässt, leistete mir die im Mittelmehrraum sehr verbreitete Samtkopf-Grasmücke mit ihrem trällernden Gesang Gesellschaft.

Die kleine Samtkopf-Grasmücke liebt die buschige Macchia Landschaft Sardiniens.
Samtkopf-Grasmücke

Die kleine Samtkopf-Grasmücke liebt die buschige Macchia Landschaft Sardiniens.

Auf der Scala di Li Cabaddhi, die sich etwas östlich des Capo Testa befindet, hatten wir das Glück, die scheue und seltene Blaumerle zu entdecken. Leider liess mich der blaue Vogel, der grosse Ähnlichkeiten mit der Amsel hat, nicht nahe an sich herankommen. Schon nach wenigen vorsichtigen Schritten verschwand sie zur Hälfte hinter dem Felsen und schaute von da aus argwöhnisch meinen Bemühungen zu.

Wer die scheue Blaumerle zu Gesicht bekommt, hat Glück!
Blaumerle

Wer die scheue Blaumerle zu Gesicht bekommt, hat Glück!

Ab und zu vernahmen wir auch die zirpenden Rufe des Bienenfressers. Zu Gesicht bekommen, habe ich den bunten Vogel jedoch nur für einen Sekundenbruchteil.

Die Bienenfresser Kolonie im Nordwesten Sardiniens

Der Bienenfresser gehört mit seinem farbenprächtigen Gefieder zu den attraktivsten Vögeln Europas. Da ich wusste, dass die Chance, den Vogel in Sardinien in freier Natur zu beobachten, gross ist, hielt ich auf der ganzen Reise Ausschau nach ihm. Die Suche blieb lange Zeit erfolglos und erst am letzten Tag, bei der Rückreise vom Capo Testa nach Porto Torres, bekam ich den Vogel schliesslich vor die Linse.

Die geselligen Bienenfresser sitzen liebend gerne auf Leitungsdrähten.
Bienenfresser Kolonie

Die geselligen Bienenfresser sitzen liebend gerne auf Leitungsdrähten.

Die ersten Bienenfresser bekamen wir in der Nähe von Baia Vignola zu Gesicht. Dort konnte ich zwei Vögel beobachten und fotografieren. Als die beiden weiterzogen, fand ich in unmittelbarer Nähe der Leitungsdrähte auf denen die beiden sassen, das seltene Lockerblütige Knabenkraut (Anacamptis laxiflora). Diese Orchidee ist zwar weit verbreitet, jedoch aufgrund von Trockenlegung und intensivierter Beweidung ihrer Habitate, überall gefährdet. In der Schweiz wurde Anacamptis laxiflora nur bis 1986 nachgewiesen. Seit dem scheinen Ihre Standorte erloschen zu sein.

Später entdeckten wir zu unserer Freude bei Lu Colbu eine Bienenfresser-Kolonie. Die Vögel waren auch hier vorwiegend auf den Leitungsdrähten auszumachen. So konnte ich die Tiere nur auf ihren liebsten Sitzplätzen fotografieren. Schade, dass uns die Zeit für natürlichere Aufnahmen fehlte, denn nur zu gerne hätte ich die Vögel auf Ästen oder an ihren Bruthöhlen fotografiert.

Auch die Liebe wird auf den von den Bienenfressern heissgeliebten Leitungsdrähten vollzogen...
Bienenfresser

Auch die Liebe wird auf den von den Bienenfressern heissgeliebten Leitungsdrähten vollzogen…

Trotzdem war das ein freudiger Abschluss unserer Reise und vielleicht besuche ich Sardinien ja wieder einmal im Frühjahr. Dann werde ich in dieser Region sicher einen mehrtägigen Stopp einlegen um die Bienenfresser zu fotografieren.

Sardinien hat landschaftlich ausserordentlich viel zu bieten. Auch wer nach einem Stück unberührter Natur sucht, wird fündig.
Sonnenaufgang am Capo Testa

Sardinien hat landschaftlich ausserordentlich viel zu bieten. Auch wer nach einem Stück unberührter Natur sucht, wird fündig.

Über Adrian Hirsbrunner
Adrian Hirsbrunner ist 1970 geboren und interessiert sich seit seiner Kindheit für die Natur. Seit 2009 setzt er sich intensiv mit Naturfotografie auseinander. Seine ersten Schritte in die Naturfotografie machte er mit dokumentarischen Pflanzenbildern. Heute setzt er sich mit verschiedensten Themen rund um die Natur Europas auseinander. In den letzten unberührten Landschaften dieses Kontinents, findet er seine Motive und seine Inspiration.
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