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Sommer-Knotenblume

Sommer-Knotenblume am Schweizer Naturstandort.

Die Sommer-Knotenblume (Leucojum aestivum)

Seit über dreissig Jahren weiss ich wo sich der einzige Schweizer Standort der seltenen Sommer-Knotenblume befindet. Ich habe auch öfters daran gedacht ihn zu besuchen, allerdings befand ich mich nie zur Blütezeit in seiner Nähe.

Manchmal ziehen Gedanken und Erinnerungen sonderbare Bahnen in den Hirnwindungen. Vor ein paar Tagen – die Sommer-Knotenblume wird auch als Zierpflanze in Gärten angepflanzt – hatte ich in einem Restaurant auf dem Tisch ein paar Exemplare dieser Pflanze vor meiner Nase vorgefunden und gedacht, dass diese jetzt wohl auch an ihrem Naturstandort blühen würden. Einige Wochen zuvor war ich bereits im Naturmagazin NaturaHelvetica wieder an sie erinnert worden. Hier kam ihr in der Rubrik „Rote Liste“ ein Artikel zuteil.

Also beschloss ich den Standort der Sommer-Knotenblume – der mir vor über dreissig Jahren ein Lehrer während einer Feldexkursion auf der Suche nach Molchen und Lurchen verraten hatte – endlich zu besuchen.

Seit über dreissig Jahren weiss ich wo sich der einzige Schweizer Standort der seltenen Sommer-Knotenblume befindet. Ich habe auch öfters daran gedacht ihn zu besuchen, allerdings befand ich mich nie zur Blütezeit in seiner Nähe.
Leucojum aestivum

Die seltene Sommerknotenblume (Leucojum aestivum) an ihrem letzten Naturstandort in der Schweiz.

Die Gattung Leucojum und ihre Vertreter

Heute sind nur noch zwei Vertreter der Knotenblumen in der Gattung Leucojum verblieben. Es ist dies die häufigere Frühlings-Knotenblume (Leucojum vernum) mit drei Unterarten – in der Schweiz besser unter dem Namen Märzenbecher bekannt – und die seltene Sommer-Knotenblume (Leucojum aestivum) mit zwei Unterarten. Die restlichen Arten gehören heute der Gattung Acis an.

Diese ausdauernden, krautigen Geophyten bilden als Überdauerungsorgane Zwiebeln. An ihrer Basis stehen mehrere linealische Laubblätter. Die zwittrigen, dreizähligen Blüten sind Glockenförmig. Sie besitzen sechs gleichgestaltete Blütenhüllblätter. Die sechs Staubblätter sind frei. Der Fruchtknoten ist knotenartig und unterständig. Die fleischigen, dreifächerigen Kapselfrüchte enthalten zahlreiche schwarze oder weiße Samen.

Während die Frühlings-Knotenblume nur eine Höhe von 10-30cm erreicht und eine, sehr selten zwei Blüten bildet, erreicht die Sommer-Knotenblume eine Höhe von bis zu 60cm und bildet am Stängelende 3-6 Blüten. Die längsten Blütenstiele überragen die Spatha.

Blumen im Abendelicht fotografieren: Die Sommer-Knotenblume im Gegenlicht.
Blumen im Abendlicht

Reizvoll: Sommer-Knotenblumen im Abendlicht.


Knotenblumen

Sommer-Knotenblume

Systematik

  • Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
  • Familie: Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
  • Gattung: Knotenblumen (Leucojum)
  • Arten: Sommer-Knotenblume (Leucojum aestivum)                                 Frühlings-Knotenblume (Leucojum vernum)

Die indigene Reliktpopulation im Berner Seeland

Leider gibt es in der Schweiz nur noch eine indigene Reliktpopulation der Sommerknotenblume. Sie befindet sich im Berner Seeland und ist dank besonderer Schutzmassnamen stabil. In diesem Naturschutzgebiet bestehen zwei Teilpopulationen. Eine unter Kopfweiden (einige hundert Exemplare) und eine in Feuchtwiesen, an Gebüschrändern und entlang von Hecken und Pappelbaumreihen (ca. 400). Die anderen früheren Fundstellen wurden durch Gewässerkorrektionen restlos zerstört. Daher ist die Art in der Schweiz als stark gefährdet eingestuft.

Eine Population die in den Siebzigerjahren wiederangesiedelt wurde, befindet sich an einem Standort zwischen Bern und Thun. Die Herkunft des Pflanzenmaterials ist unbekannt.

Möglicherweise ist die Art auch an anderen Orten angesiedelt worden oder aus Gärten verwildert.

Sommer-Knotenblume, fotografiert mit viel Streulicht.
Streulicht

Sommer-Knotenblume, fotografiert mit viel Streulicht

Über Adrian Hirsbrunner
Adrian Hirsbrunner ist 1970 geboren und interessiert sich seit seiner Kindheit für die Natur. Seit 2009 setzt er sich intensiv mit Naturfotografie auseinander. Seine ersten Schritte in die Naturfotografie machte er mit dokumentarischen Pflanzenbildern. Heute setzt er sich mit verschiedensten Themen rund um die Natur Europas auseinander. In den letzten unberührten Landschaften dieses Kontinents, findet er seine Motive und seine Inspiration.
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2 Kommentare
  • Martin

    Hallo Adrian,

    herrliche Aufnahmen mit einem sehr sanftem, tollen Bokeh. Es ist schon faszinierend, die Freistellungsfähigkeit bei 400mm zu sehen. Scheint ein tolles Objektiv zu sein, welches Du da hast. ;-)

    By the way – Ich habe meine komplette Ausrüstung verkauft! Bei intensiverer Beschäftigung mit den Objektiven habe ich festgestellt, das die Skalen der Objektive um rund zwei Blenden nicht stimmen. Der Hersteller bestätigte dies mit der Begründung, man habe die der analogen Objektive genommen. Als Kunde könne man ja umrechnen – hä …?! Wenn man aber die Skalen für den Zonenfokus auf der Straße nutzen möchte und dies bei Offenblende, sind die Skalen nicht mehr verwendbar. Es wurde ein Garantiefall daraus und alle Gläser wurden zurück genommen.

    Eine neue Kamera ist bestellt … L… , ein 50/1.4 habe ich schon da. Ich hoffe, Wetzlar kann in Kürze liefern. :-)

    Beim Betrachten Deiner Aufnahmen könnte ich aber irgendwann doch in Versuchung, mir nochmals eine Canon mit einem Tele(-zoom) zu kaufen.

    Herzliche Grüße,
    Martin

  • Adrian Hirsbrunner

    Hallo Martin

    Danke für Deinen Kommentar.

    Ja, das Objektiv ist gut. Es ist das Canon EF 100-400 mm 4.5-5.6 L IS II USM. Hervorragender Bildstabilisator, gute Abbildungsleistung, maximaler Abbildungsmaßstab 1:3.2, noch bezahlbar. Der Autofokus ist in Kombination mit der EOS 5ds r top. Wäre die Anfangsöffnung noch etwas grösser, blieben keine Wünsche offen…

    Herzliche Grüsse
    Adrian

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