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Basaltsäulen

Aufgrund der hohen Vulkanischen Aktivität sind in Island mancherorts attraktive Basaltsäulen entstanden.

Basaltsäulen in Island

Basaltsäulen prägen in Island mancherorts das Bild ganzer Küstenabschnitte. Über die Herkunft dieser auffälligen, symmetrischen Gesteinsformationen mögen sich früher manche Mythen gebildet haben und auch heute sind noch nicht alle Rätsel dieser hexagonalen Kunstwerke der Natur geklärt. Auch in der Isländischen Architektur dienten Basaltsäulen zum Vorbild; so etwa bei der Entwicklung der Glasfassade der Harpa in Reykjavik, oder der Orgel – Basaltsäulen – Analogie der Betonpfeiler der Hallgrímskirkja. Auf unseren Islandreisen habe ich keine Gelegenheit ausgelassen, diese wie von Menschenhand erschaffenen Skulpturen der Natur zu fotografieren. So kann ich hier einige der schönsten Basaltsäulen-Landschaften Islands vorstellen.

Was ist Basalt?

Bezieht man den Meeresgrund mit ein, ist Basalt das weitverbreitetste Gestein der Erdoberfläche. Es tritt bei der Aufschmelzung des Erdmantels als dünnflüssiges SiO2-armes (42%-52%) Magma zu Tage das relativ schnell zu Basaltlava erstarrt. Häufig enthalten Basaltlaven auch Einschlüsse anderer Gesteine, die einen höheren Schmelzpunkt haben aber beim Austritt mitgerissen werden.

Trotz seines recht homogenen Aussehens ist Basalt die Bezeichnung einer ganzen Gesteinsgruppe die zum Teil sehr unterschiedlich zusammengesetzt ist. Basalte sind aufgrund ihrer Armut an SiO2 basische Gesteine (Bergmännische aber noch immer gebräuchliche Bezeichnung: Hat nichts mit dem pH-Wert zu tun). Sie bestehen vor allem aus einer Mischung von Kieselsäure (SiO2), Eisen- und Magnesium-Silikaten mit Pyroxen (überwiegend Augit ) und calciumreichem Feldspat (Plagioklas) sowie meist auch mit Olivin. Auch Biotit und Hornblende können auftreten. Alkalifeldspat und Quarz kommen in Basalten hingegen nicht oder nur untergeordnet vor.

Wie entstehen Basaltsäulen?

Typische, hexagonale Struktur von Basaltsäulen.
Hexagonale Basaltsäulen

Typische, hexagonale Struktur von Basaltsäulen.

Die Entstehung von Basaltsäulen setzt eine verzögerte Auskühlung der Basaltlava voraus. Beim Erstarren der Lava erfolgt ein Volumenschwund der zur Bildung von Spannungsrissen führt (Kontraktion). Erst bildet sich an der Oberfläche, die am schnellsten auskühlt, ein Netz polygonaler Spannungsrisse, ähnlich wie bei den Trockenrissen einer Schlammoberfläche oder bei Sprüngen in Lackoberflächen. Bei zunehmender Auskühlung und dadurch auch zunehmender Kontraktion wachsen die Spannungsrisse weiter nach unten und führen zu der typischen Basaltsäulen-Bildung. Ähnliche Effekte konnten auch im Experiment mit aufgeschwemmter Maisstärke, die langsam aber unter kontinuierlichen Bedingungen getrocknet wird, beobachtet werden. Dazu zwei interessante Links zu Lucas Goehring: http://www.lgoehring.com/Experiments_in_corn_starch.html und http://www.pnas.org/content/106/2/387.full

Heute hat man zwar eine recht genaue Vorstellung darüber, unter welchen Bedingungen Basaltsäulen entstehen, wissenschaftliche angehauchte Begründungsversuche jedoch, weshalb es oftmals zur Bildung beinahe perfekt Hexagonaler Säulen kommt, bleiben nach wie vor sehr vage und spekulativ.

Die Basaltsäulenlandschaften Islands

Die Basaltsäulenküste bei Kálfshamarsvík

In einer kleinen Bucht im Norden der Halbinsel Skagi im Nordwesten Islands befinden sich einige der schönsten Basaltsäulen-Formationen der Insel. Die Halbinsel ist vom Tourismus weitgehend unberührt, so dass man sich höchstens vor den Angriffsflügen der Seeschwalben, deren Küken im August flügge sind, in Acht nehmen muss… Meine Frau jedenfalls, wurde am Basaltriff des Leuchtturms von einer Seeschwalbe am Kopf erwischt. Bei Kálfshamarsvík können äusserst vielgestaltige Basaltsäulenformen beobachtet werden. Es gibt sowohl perfekt ausgebildete, bis 10m hohe Kolonnaden wie auch erstaunlich regelmässige Entablaturen. Auch Fächer, Rosetten und Chevron-förmige Basaltsäulen sind bei Kálfshamarsvík anzutreffen.

Formschöne Basaltsäulenformationen bei Kálfshamarsvík
Interessante Basaltsäulen

Formschöne Basaltsäulenformationen bei Kálfshamarsvík

Der Leuchtturm von Kálfshamarsvík steht auf einer Basaltsäulenformation
Basaltsäulen Kálfshamarsvík

Der Leuchtturm von Kálfshamarsvík steht auf einer Basaltsäulenformation

Auch diese Steilküste aus Basaltsäulen befindet sich bei
Basaltsäulen-Steilküste

Auch diese Steilküste aus Basaltsäulen befindet sich bei

Kollonaden und Entablaturen. Steilküste Kálfshamarsvík.
Steilküste Island

Kollonaden und Entablaturen. Steilküste Kálfshamarsvík.

Vík í Mýrdal

Auch am südlichsten Punkt des Isländischen Festlands – an der Bucht Vík í Mýrdal (dt. „Bucht am sumpfigen Tal“) – sind mannigfaltige Basaltsäulen zu bestaunen. Die Bucht ist nicht nur aufgrund ihrer Basaltsäulen besuchenswert, denn der schwarze Lavastrand von Vík gilt als einer der schönsten Islands und vor der Küste befinden sich die drei berühmten schwarzen Felsnadeln, die Reynisdrangar: „Skessudrangur“, „Landdrangur“ und „Langsamur“. Ornithologen und Naturfotografen besuchen Vík í Mýrdal auch wegen der grossen Papageientaucher-Population.

Der riesige Basaltsäulenfelsen von Vík í Mýrdal mit einer Felsnadel des Reynisdrangar im Hintergrund.
Basaltsäulenfelsen von Vík í Mýrdal

Der riesige Basaltsäulenfelsen von Vík í Mýrdal mit einer Felsnadel des Reynisdrangar im Hintergrund.

Basaltsäulen-Brücke mit den drei Felsnadeln Reynisdrangar im Hintergrund.
Basaltsäulen-Brücke bei Vík í Mýrdal

Basaltsäulen-Brücke mit den drei Felsnadeln Reynisdrangar im Hintergrund.

In der Bucht von Vík í Mýrdal gibt es zahlreiche Basaltsäulenfelsen. Im Sommer nisten hier die Papageientaucher.
Strand Vík í Mýrdal

In der Bucht von Vík í Mýrdal gibt es zahlreiche Basaltsäulenfelsen. Im Sommer nisten hier die Papageientaucher.

Basaltsäulen auf Snæfellsnes

Die Isländische Halbinsel Snæfellsnes, die sich im Westen Islands befindet, ist sehr vielseitig und stark durch den Vulkanismus geprägt. Aufgrund ihrer landschaftlichen Vielfalt wird Snæfellsnes oftmals als Miniaturausgabe Islands bezeichnet und ist dementsprechend bei Touristen die nur kurze Zeit in Island verweilen ein sehr beliebtes Reiseziel. Leider war unsere Zeit auf Snæfellsnes auf einen Tag beschränkt, so dass uns – da wir mit der Fähre von den Westfjorden in Stykkishólmur angekommen waren – nur die Zeit für eine Umrundung der Halbinsel blieb.

Die interessantesten Basaltsäulen auf Snæfellsnes haben wir an der Küste zwischen Arnarstapi und Hellnar gesehen. Hier befindet sich auch ein spektakulärer Basaltbogen mit einem gefensterten runden Loch. Weitere auffällige Basaltsäulen finden wir bei Gerðuberg. Hier steht eine lange Orgelwand mit steil aufragenden Basaltsäulen die eine Höhe von bis zu 14 Metern erreichen.

Bizarre Felsformationen aus Basalt auf Snæfellsnes
Felsenbrücke bei Arnarstapi, Snæfellsnes

Bizarre Felsformationen aus Basalt auf Snæfellsnes

Basaltformationen an der zerklüfteten Küste von Snæfellsnes.
Basaltformationen

Basaltformationen an der zerklüfteten Küste von Snæfellsnes.

Bei Gerðuberg befindet sich eine bis zu 14m hohe Basaltsäulenformation, Snæfellsnes
Gerðuberg, Basaltsäulen

Bei Gerðuberg befindet sich eine bis zu 14m hohe Basaltsäulenformation, Snæfellsnes

Basaltsäulen-Wasserfälle

Einige der prächtigsten Beispiele säulenbildender Basalte sind an zahlreichen Wasserfällen Islands zu bewundern. In meinem Artikel über die schönsten Wasserfälle Islands habe ich einige von ihnen bereits vorgestellt. Trotzdem greife ich das Thema hier noch einmal auf, vor allem um den Fokus mit mehr Bildmaterial auf die Basaltsäulen zu richten.

Der Svartifoss

Der Svartifoss ist trotz seiner eher geringen Grösse einer der bekanntesten Wasserfälle Islands. Zu verdanken hat er dies den auffälligen, orgelpfeifenähnlichen Basaltsäulen die ihn umgeben. Der Schwarze Wasserfall – so die Übersetzung von Svartifoss aus dem Isländischen – hat seinen Namen aufgrund des dunklen Gesteins das ihn umgibt erhalten.

Wie ein Gebiss wirkt der Swartifoss im Winter wenn zu den Basaltsäulen auch noch die Eiszapfen dazukommen.
Svartifoss - Panorame

Wie ein Gebiss wirkt der Svartifoss im Winter wenn zu den Basaltsäulen auch noch die Eiszapfen dazukommen.

Swartifoss, Basaltsäulen-Wasserfall im Süden Islands.
Svartifoss im Winter

Svartifoss, Basaltsäulen-Wasserfall im Süden Islands.

Der Litlanesfoss

Noch prächtiger erscheinen die Basaltsäulen des Litlanesfoss. Auch er ist kein mächtiger Wasserfall, aber seine Lage inmitten von schön ausgebildeten Basaltsäulen die nicht nur den Wasserfall selber, sondern auch sein oberes Becken verzieren, machen ihn äusserst reizvoll.

Perfekte und vielgestaltige Basaltsäulen umgeben den Litlanesfoss
Litlanesfoss inmitten von Basaltsäulen

Perfekte und vielgestaltige Basaltsäulen umgeben den Litlanesfoss.

Der Hjálparfoss

Im Süden von Island, in Sichtweite des Vulkans Hekla, stürzt mit dem zweiarmigen Hjálparfoss ein weiterer mit Basaltsäulen verzierter Wasserfall in die Tiefe. Auch die Felsen des runden Beckens das sich nach dem Wasserfall öffnet, bestehen aus Basaltsäulengestein.

Hjálparfoss - einer der Basaltsäulen-Wasserfälle Islands.
Hjálparfoss

Hjálparfoss – einer der Basaltsäulen-Wasserfälle Islands.

Kontrastreich: Das Basaltsäulen-Becken des Hjalparfoss bereitet beim fotografieren Mühe.
Basaltsäulen-Becken des Hjalparfoss

Kontrastreich: Das Basaltsäulen-Becken des Hjalparfoss bereitet beim fotografieren Mühe.

Der Selfoss

Wer den grössten Wasserfall Europas, den Dettifoss besucht, sollte sich auch den Selfoss anschauen, der sich etwa ein Kilometer stromaufwärts befindet. Auch er stürzt über grosse Basaltsäulen herab. Diese sind jedoch nicht so formschön ausgebildet wie bei anderen Wasserfällen.

Auch der Selfoss stürzt über Basaltsäulen-Formationen.
Selfoss

Auch der Selfoss stürzt über Basaltsäulen-Formationen.

Über Adrian Hirsbrunner
Adrian Hirsbrunner ist 1970 geboren und interessiert sich seit seiner Kindheit für die Natur. Seit 2009 setzt er sich intensiv mit Naturfotografie auseinander. Seine ersten Schritte in die Naturfotografie machte er mit dokumentarischen Pflanzenbildern. Heute setzt er sich mit verschiedensten Themen rund um die Natur Europas auseinander. In den letzten unberührten Landschaften dieses Kontinents, findet er seine Motive und seine Inspiration.
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3 Kommentare
  • Martin

    Hallo Adrian,

    ein sehr interessanter Bericht mit wieder sehr natürlichen und ausdrucksstarken Fotos – sie gefallen sehr!

    Ich schaue mir auch immer die exif-Daten zu den Deinen Fotos an. Dabei fällt mir auf, dass Du die Fotos i. d. R. mit 24mm, 50mm, 85mm und 100mm erstellst.

    – So scheinst Du ein Zoom gar nicht zu nutzen, oder?
    – 24mm und 50mm im WW und Normalbereich scheinen Dir vollkommen auszureichen, oder? wobei Du mal gesagt hatte, dass Du im UWW < 24mm manchmal etwas vermisst.

    Ich habe mir nun auch ein zweites Objektiv (Makro-Planar 2/100) gekauft. Wegen der neuen Milvusserie von Zeiss konnte ich es preisvorteilhaft erstehen. Es sollte eigentlich mein Drittes werden … So schaue ich halt immer noch nach einer ca. 25mm Brennweite.

    Herzliche Grüße aus Straubing/Bayern,
    Martin

  • Adrian Hirsbrunner

    Hallo Martin

    Danke für Deinen Kommentar.

    Tatsächlich bin ich zur Zeit ausschliesslich mit den vier von Dir genannten Festbrennweiten unterwegs und komme damit eigentlich auch ganz gut zurecht. Manchmal fehlt mir dabei die 35mm Brennweite, das wird wohl auch meine nächste Anschaffung sein. Gegen ein lichtstarkes Tele um die 400mm hätte ich auch nichts einzuwenden, allerdings sind die Preise hierfür astronomisch, so dass dieser Wunsch wohl unerfüllt im Reich der Träume bleibt…

    Das Makro-Planar 2/100 ist natürlich absolute Spitzenklasse und ich habe den Kauf dieses Objektivs auch mal in Erwägung gezogen. Da ich ein 100mm Makro benötige das einen Abbildungsmaßstab von 1:1 erlaubt und den Bildstabilisator des Canon Objektivs sehr nützlich finde, habe ich mich für das Canon entschieden.

    Viel Spass mit dem Zeiss und herzliche Grüsse aus Bern
    Adrian

  • Martin

    Hallo Adrian,

    vielen Dank für Deine Antwort.

    Da lag ich dann richtig mit meiner Einschätzung bezüglich Deiner Objektive. Es stand bei mir der Abbildungsleistung den Zeiss Makro-Planar´s im Vordergrund, nicht der Abbildungsmassstab. Bisher reichte mir der Massstab 1:2 beim M-P 2/50 weitestgehend aus, lediglich die Distanz war mir manchmal etwas zu nah. Nach nun ersten Aufnahmen und einer leichten Gewöhnung an das M-P 2/100 bin ich absolut zufrieden mit seiner Abbildungsleistung, insbesondere auch mit der erzielbaren Schärfe.

    Dein Canon EF 100 EF IS USM ist bekannter Maßen eine absolut Klasse in der Reihe der Makroobjektive. Deine Aufnahmen zeigen dies ja auch zweifellos. Ich vermute aber, dass es bei Nutzung von Landschaftsaufnahmen dem Zeiss M-P 2/100 wohl kaum nachstehen dürfte.

    So werde ich dann in der kommende Woche noch das Zeiss Distagon 2/25 bestellen und mit den dann vorhandenen drei Objektiven für die nächsten ein, zwei Jahre Erfahrungen sammeln. So sollte eine Objektivreihe bestehend aus dem 2/25, 2/50 und 2/100 weitestgehend bei der Landschaftsfotografie gewinnbringend sein.

    Zudem besitze ich von Novoflex den Panoramakopf VR-System Slim (Hier: https://www.novoflex.com/de/produkte/panoramafotografie/vr-system-slim/ ), der meine Kleinbildkamera D750 mit Objektiven bis hin zum 100er tadellos trägt. Hiermit lassen sich absolut akkurate Aufnahmen zum Stichen erstellen, um ggf. fehlende Brennweiten zu überbrücken. Zudem ist es mit seinem Gewicht von 750g und dem kleinen Packmaß leicht mitzunehmen.

    Herzliche Grüße,
    Martin

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