image Die Lofoten im Herbst image Polarlichter – Norwegen und Schweden im Magnetsturm

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Lofoten – Reine und Moskenesøy

Reine ist wohl einer der schönsten Orte Norwegens

Reine, Reinebringen, Munkebu und der Strand von Utakleiv

Im zweiten Teil meines Lofoten-Reiseberichts geht es weiter nach Hamnoy und Reine. Wir unternehmen eine Wanderung zur Munkebu-Hütte, wo uns die Herbstfarben umhauen. Auch besteigen wir den Reinebringen, der uns einen wunderbaren Ausblick auf die Berge gewährt, die hier senkrecht aus dem Meer aufschiessen. Am Strand von Utakleiv erleben wir einen herrlichen Sonnenuntergang und warten bis zwei Uhr morgens auf die Nordlichter.

Moskenesøy

Nach der ereignisreichen Polarlichtnacht in Ramberg, die ich im ersten Teil meines Beitrags beschrieben habe, lassen wir den Tag gemütlich angehen. So tuckern wir mit unserem Camper Richtung Reine und erreichen Hamnoy, ein malerischer Fischerort auf der Insel Moskenesøy.

Somit sind wir in Norwegens Postkarten-Region angekommen; denn 70% aller Norwegenbilder die man im Internet oder eben auf Postkarten oder auf Umschlägen von Reisekatalogen antrifft, stammen von hier.

Hamnoy, das malerische Fischerdorf der Lofoten. Die Lage dieses Ortes ist unwiderstehlich
Hamnoy - Lofoten

Hamnoy, das malerische Fischerdorf, ist aufgrund seiner Lage unwiderstehlich.

Allerdings ist das auch nicht erstaunlich, denn die Landschaft rund um die Ortschaft Reine, könnte wenn überhaupt, nur mit Bergen von Adjektiven beschrieben werden. Das erspare ich uns lieber…

So kann man sich den Druck durch den Tourismus, den die Region in den Sommermonaten erdulden muss, in etwa vorstellen. Jetzt, im Herbst, ist es allerdings angenehm ruhig, so dass wir die fantastische Landschaft stresslos auf uns einwirken lassen können.

Die Ortschaften rund um Reine sind auf Hochglanz gepellt.
Sakrisøya

Die Ortschaften rund um Reine sind auf Hochglanz gepellt.

Wir lassen uns viel Zeit und fahren bis nach Å, der letzten Ortschaft auf den Lofoten. In diesem heute ausschliesslich touristischen Fischerort mit dem kurzen Namen, dessen Ortsschild mehrmals pro Jahr zum Diebesgut langfingriger Touristen wird, endet die Strasse der Inselgruppe.

Nach gründlicher Suche, scheint uns am Abend der Campingplatz von Moskenes eine geeignete Bleibe zu sein. Viele weitere Möglichkeiten gibt es Ende September auch gar nicht mehr

Im Herbst, sind auf den Lofoten nicht mehr alle Campingplätze geöffnet.
Camping in Moskenes

Im Herbst, sind auf den Lofoten nicht mehr alle Campingplätze geöffnet.

Wanderung zur Munkebu-Hütte

Weil das Wetter am nächsten Morgen etwas durchzogen ist, entscheiden wir uns, die geplante Besteigung des Reinebringens zu vertagen. Wir fahren indessen zum Fischerort Sørvågen, dem Ausgansort einer Wanderung zur Munkebu-Hütte. Erst zirkeln wir zum Wasserfall des Stuvdalselva und traversieren den Bach über eine Brücke. Der Wasserfall, der in den Sommermonaten ganz ansehnlich sein mag, führt jetzt nicht mehr viel Wasser

Überall springen uns schrille Herbstfarben in die Augen...
Herbstfarben Stuvdalsvatnet

Überall springen uns schrille Herbstfarben in die Augen…

Ein kleiner Anstieg führt uns ans rechte Ufer des Stuvdalsvatnet, einem kleinen See, der auch als Trinkwasserreservoir dient. Bereits hier lassen wir uns von den Herbstfarben verzaubern. Wir folgen dem gut markierten Pfad bis zum nordöstlichen Ende des Sees und biegen anschliessend beim Wegweiser Richtung „Munkebu“ ab. Ein steiler Anstieg führt uns hier über einen felsigen Rücken der mit Ketten abgesichert ist.

Alsbald öffnet sich das Gelände und wir gehen auf sumpfigem Untergrund, aus erhöhter Position dem Ufer des Tridalsvatn folgend. Die Herbstfarben in der gletschergeformten Landschaft sind hier atemberaubend, so dass wir einen Halt einlegen müssen.

Hier müssen wir eine Pause einlegen um die Landschaft zu geniessen.
Gebirgslandschaft - Lofoten

Hier müssen wir eine Pause einlegen um die Landschaft zu geniessen.

Nach dem Tridasvatn beginnt der Anstieg, der uns über mehrere Höhenstufen, zur Erhebung  Djubfjordheia führt. Hier geniessen wir eine Gebirgslandschaft die ans Hochgebirge erinnert und schon bald sehen wir die Munkebu-Hütte.

Bei der Munkebuhütte trifft man auf eine tolle Gebirgslandschaft.
Landschaft Munkebuhütte

Bei der Munkebuhütte trifft man auf eine tolle Gebirgslandschaft.

Beim Abstieg entdecken wir einen prächtigen Fliegenpilz.
Fliegenpilz

Beim Abstieg entdecken wir einen prächtigen Fliegenpilz.

Wanderung auf den Reinebringen

Am nächsten Morgen präsentiert sich der Himmel wieder in strahlendem Blau, so dass wir uns dazu veranlasst sehen, den Reinebringen zu besteigen. Der Reinebringen ist wohl der bekannteste Aussichtsberg der Lofoten und im Sommer entsprechend frequentiert. Jetzt, Ende September, hat der Touristendruck schon beträchtlich nachgelassen.

Der Einstieg der Tour ist mit unmissverständlichen Warnungen dekoriert die von der Tour abraten und darauf hinweisen, dass die Begehung des Reinebringens lebensgefährlich sei. Da wir über genügend Gebirgserfahrung verfügen und weil das Wetter stimmt, lassen wir uns von den Warnschildern jedoch nicht verunsichern.

Die Tour ist kurz und knackig. Der erste Teil führt über ausgetretene, schlammige Pfade, mässig ansteigend durch den Birkenwald. Nach dem Wald folgt ein neuer, guter Pfad über Treppenstufen den man nicht einschlagen sollte (2017). Der Weg ist noch im Bau und endet irgendwo im Geröll. Anstelle dessen halten wir uns rechts, wo der Pfad scharf ansteigend auf den 448m hohen Aussichtsberg führt. Der Aufstieg ist,  gutes Wetter vorausgesetzt – und wenn nicht zu viele Wanderer unterwegs sind, eigentlich unproblematisch und dauert etwa 1 1/4 h. Bei Regen oder starkem Wind, sollte man von der Besteigung des Reinebringens absehen. Die ausgetretenen Pfade können sehr rutschig werden.

Auf dem Gipfel des Reinebringens angekommen, will der Nebel die Sicht in den Fjord erst nicht freigeben. Ich vertreibe mir die Zeit mit einem "Selbstportrait": Ein Halo zaubert den standesgemässen Heiligenschein um meine Silhouette...
Gipfel-Halo auf dem Reinebringen

Auf dem Gipfel des Reinebringens angekommen, will der Nebel die Sicht in den Fjord erst nicht freigeben. Ich vertreibe mir die Zeit mit einem „Selbstportrait“: Ein Halo zaubert den standesgemässen Heiligenschein um meine Silhouette…

Auf dem Gipfel müssen wir uns eine gute Stunde gedulden bis die Nebelbänke die am Reinebringen festzukleben scheinen, endlich den herrlichen Blick auf den Fjord und die steilen Gipfel freigeben.

Endlich sehen wir etwas von der Landschaft.
Reinebringen Aussicht

Endlich sehen wir etwas von der Landschaft.

Als wir einen Tag später eine Französin aufgabeln, welche per Autostopp unterwegs ist, wird uns der Zweck der furchteinflössenden Warnschilder am Fuss des Reinebringens klar: Die äusserst geschwätzige junge Dame aus Paris, welche ausser dem Aufstieg zum Sacré Coeur wohl keine „Bergerfahrung“ besitzt, erzählt uns von ihrem Horrortrip auf dem Reinebringen. Acht Stunden sei sie unterwegs gewesen, zusammen mit Chinesen die sie beim Aufstieg kennengelernt habe. Sie hätten alle Todesängste ausgestanden. Sie selber habe befürchtet, dass sie an ihrem Geburtstag, der nämlich an diesem Tag gewesen sei, ihr junges Leben verwirken würde…

Die Nebelbänke lösen sich auf und geben einen Blick auf Reine frei.
Sicht auf Reine

Die Nebelbänke lösen sich auf und geben einen Blick auf Reine frei.

Der Strand von Utakleiv

Nach unserer Wanderung auf den Reinebringen fahren wir an den Strand von Utakleiv der sich auf der Insel Vestvågøya befindet. Der weisse Sandstrand mit seinen grossen, rundgeschliffenen Steinen ist prächtig und wir beschliessen, die Nacht hier zu verbringen.

Wir unternehmen erst einen gemütlichen Spaziergang, anschliessend fotografiere ich in den Gletschermühlen am Strand die Stimmung, die die untergehende Sonne ins Meer zaubert.

Mit seinen rundgeschliffenen Steinen gehört der Strand von Utakleiv zu den schönsten Stränden der Lofoten.
Strand von Utakleiv

Mit seinen rundgeschliffenen Steinen gehört der Strand von Utakleiv zu den schönsten Stränden der Lofoten.

Die untergehende Sonne und das vom Gletscher geschliffene Gestein.
Sonnenuntergang am Strand von Utakleiv

Die untergehende Sonne und das vom Gletscher geschliffene Gestein.

Nach dem Abendessen verdichtet sich leider die Wolkendecke, die durch den aufsteigenden Nebel, der sich aufgrund der sinkenden Temperatur gebildet hat, entstanden ist. Meine Stimmung sinkt etwas in den Keller, hatte ich mir doch erhofft, in dieser herrlichen Kulisse ein paar Nordlichtbilder machen zu können.

So schnell gebe ich natürlich nicht auf, aber als der Himmel um 24h noch immer absolut sternenlos ist, kapituliere ich und gehe ins Bett.

Als ich um zwei Uhr aufwache und einen Blick aus dem Camper werfe, ist es allerdings mit der Nachtruhe vorbei. Die wehenden Lichtvorhänge am Himmel zwingen uns blitzschnell wieder auf die Beine. Schnell stürze ich mich in die Kleider, kralle mir Stativ und Kameratasche und renne zum Strand. Anna folgt wenig später taumelnd und schlaftrunken.

Um zwei Uhr lichtet sich der Himmel
Nordlicht am Strand

Um zwei Uhr lichtet sich der Himmel

Das Polarlicht tanzt doch noch über dem Strand von Utakleiv.
Polarlicht Utakleiv

Das Polarlicht tanzt doch noch über dem Strand von Utakleiv.

Das Polarlicht das wir erleben dürfen, ist zwar nicht so wild wie wir es auch schon gesehen haben, aber immerhin entstehen zweimal Koronen über unseren Köpfen. Zudem sind dieses Mal auch deutlich rote Farben wahrnehmbar. So komme ich am Strand von Utakleiv doch noch zu Polarlicht Bildern.

Polarlichter können zauberhaft sein! Wenn man glück hat ziehen sie einem nächtelang in ihren Bann.

Der dritte Teil meines Lofoten-Beitrags steht ganz im Zeichen der Polarlichter. Langsam reisen wir zurück Richtung Finnland. Sowohl auf den Lofoten, als auch auf dem norwegischen Festland und an der schwedischen Grenze, werden wir Zeugen eindrücklicher Polarlichter.

Polarlichter Lofoten
Über Adrian Hirsbrunner
Adrian Hirsbrunner ist 1970 geboren und interessiert sich seit seiner Kindheit für die Natur. Seit 2009 setzt er sich intensiv mit Naturfotografie auseinander. Seine ersten Schritte in die Naturfotografie machte er mit dokumentarischen Pflanzenbildern. Heute setzt er sich mit verschiedensten Themen rund um die Natur Europas auseinander. In den letzten unberührten Landschaften dieses Kontinents, findet er seine Motive und seine Inspiration.
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